Trauer
Der Tod eines nahestehenden Menschen ändert nicht nur die Lebensgewohnheiten und den Alltag. Die innere Einstellung zum Leben ändert sich meist auch. Die Arbeit, die Alltagsprobleme, die Hobbys, der Umgang mit Freunden und Bekannten – vieles, was vorher wichtig war, rückt in die Ferne, als sei plötzlich der Sinn all dessen verloren gegangen. Stattdessen wandern die Gedanken immer wieder zurück zu den Verstorbenen und dem Leben mit ihnen.
Die Trauer ist wie ein Weg, den man zurücklegt. Und das, was Trauernde empfinden und erleben, verändert sich auf diesem Weg.
Manchmal fängt die Trauer schon an, bevor jemand gestorben ist, etwa wenn jemand schwer krank ist. Die Angehörigen machen sich Sorgen und der Abschiedsschmerz ist im Voraus in der Seele gegenwärtig.
Ein anderes Mal kommt der Tod völlig überraschend. Ein Unfall ist geschehen, oder ein plötzlicher Herzstillstand hat einen Menschen von der einen Minute auf die andere aus dem Leben gerissen. Dann ist die erste Trauerreaktion meist der Schock. Oft spüren Menschen in diesen ersten Minuten, Stunden oder Tagen keines der bekannten Trauergefühle. Die Gefühle brechen erst allmählich auf. Dann aber kann eine Welt für sie zusammenbrechen, wenn sie begreifen, dass sie einen lieben Menschen ein für alle Mal verloren haben. Fragen drängen sich dann auf: Warum musste das geschehen? Wie soll es nun weitergehen?
Mitten in diese Versteinerung oder in diese Gefühlsstürme hinein kommen die Vorbereitungen für die Bestattung und die Bestattung selbst.
